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  Pfarrkurator Toni Moser 

 

Historisches zur Pfarre Lechaschau
Die „Heilig-Geist-Kirche“ in Lechaschau ist eines der ältesten Gotteshäuser im Außerfern. Die alte “Hl. Geist Kirche” wurde in den Jahren 1480 bis 1484 (Quelle: Ord. Augsburg) so errichtet,
wie sie bis 1964 (Bild unten) zu sehen war.
Vor 1480 stand schon am selben Platz ein “Kirchlein”, dessen Erbauungsdatum sich nicht mehr eruieren lässt. Die Bedeutung als christliches Zentrum verliert die „Aschamar Kirche“, als die Gerichtsverwaltung nach Reutte verlegt wurde und im 17. Jahrhundert die fünförtliche (Hinterhornbach, Höfen, Lechaschau, Weißenbach und Wängle) Pfarrkirche St. Martin auf dem Boden der Gemeinde Wängle erbaut wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die „Heilig-Geist- Kirche“ zur Expositur der Pfarre St. Martin, Wängle.

Im 18. Jahrhundert wurden aus der fünförtlichen Pfarre die Gemeinden
Hinterhornbach und Weißenbach ausgegliedert.
Seit der Mitte des letzten Jahrhundert hatte Lechaschau einen regen Zuzug von
Bewohnern zu verzeichnen.
Als mittlerweile größte der dreiörtlichen Pfarrgemeinde (Wängle, Höfen und Lechaschau), mit damals mehr als 1000 Einwohnern, war es nur ein logischer Schritt, die Expositur Lechaschau Schritt für Schritt in die Eigenständigkeit zu führen. Im September 1957 erhielt der Kooperator von Breitenwang, Werner Moll, den bischöflichen Auftrag, die Seelsorge in Lechaschau zu übernehmen und diese Gemeinde in die Selbstständigkeit zu führen. Mit einem eigenen Seelsorger „stieg“ Lechaschau
im September zur Kaplanei auf.
Schon bald stellte sich heraus, dass die „Heilig-Geist-Kirche“ für den sonntäglichen
Kirchenbesuch zu klein war, und so beschloss Kaplan Werner Moll, eine Neugestaltung der Lechaschauer Kirche.
Auf den Fundamenten der alten Kirche entstand in den Jahren von 1964 bis 1967 die
Pfarrkirche, wie in Bild (unten) zu sehen ist.
Mit dem nächsten Schritt, der Errichtung des eigenen Dorffriedhofs, 
wurde Lechaschau 1970  zum Pfarrvikariat erhoben.
1986 war es endlich so weit: Lechaschau wurde, nachdem alle Auflagen erfüllt worden waren, zur eigenständigen Pfarre erhoben. Pfarrer Werner Moll erhielt – stellvertretend für alle getauften Lechaschauer – die „Pfarrschlüssel“ von Bischof Reinhold Stecher überreicht. Für seinen unermüdlichen Einsatz hat ihm die Gemeinde im Jahre 1989 die Ehrenbürgerschaft verliehen. Mit dem Übertritt in den Ruhestand, nach 38 Jahren als Seelsorger, am 8. April 1995, ging die Ära des ersten – und wie es derzeit aussieht – des letzten eigenen Pfarrers für Lechaschau zu Ende.
Es war der Diözese Innsbruck nicht möglich, einen eigenen Pfarrer für Lechaschau zu stellen. Der Pfarrgemeinderat wollte aber nicht vor das Jahr 1957 zurückfallen und einer anderen Pfarre angeschlossen werden. Mit mehr als 2000 Einwohnern und davon mehr als 1400 Katholiken sollte doch die Eigenständigkeit der Pfarre möglich sein! Fazit: Es wurde eine großangelegte Umfrage in Lechaschau zu diesem Tema gestartet. Über  92 Prozent  (87 Prozent aller Haushalte haben ihre Meinung abgegeben)  haben sich für die Erhaltung der Selbstständigkeit ausgesprochen.
Diesem Wunsch der Pfarrgemeinde Lechaschau schlossen sich auch Bischof Reinhold Stecher und die Dekanatsverantwortlichen an. Folgende Lösung wurde gefunden: Leiter der Pfarre Lechaschau soll ab 8. April 1994 ein Priester sein. Ihm zur Seite soll ein Verantwortlicher oder eine Verantwortliche  (nach Can. 517, §2 des Kirchenrechts bestimmt der Bischof einen Priester, der die Übergeordneten Aufgaben der Pfarre vertritt…) alle jene Aufgaben übernehmen, die in einem eigenen Dekret mit den Arbeitsbereichen für den Priester als  Pfarrmoderator und ihm zugeordneten MitarbeiterIn als Pfarrkurator bzw.
Pfarrkuratorin beschrieben werden.
In den Jahren 2006 bis 2008 wurde eine vollständige Kirchenrenovierung durchgeführt. Unter der Leitung von Martin Frick und Diakon Toni Moser wurden die Arbeiten am Gotteshaus zügig vorangetrieben. 7000 freiwillige und unentgeltliche Stunden wurden von mehr als 100 Pfarrangehörigen geleistet. Den Abschluss der Renovierungsarbeiten bildeten den Austausch der Turmfenster, die Erneuerung des Turmaufganges die Erweiterung des Glockengeläutes von 2 auf 4 Glocken. Im Jahre 2016 besitzt die Pfarre Lechaschau die jüngste Glocke (Hl. Geist-Glocke-Lechaschau) und die älteste Glocke Tirols (Wiggau Glocke). Das nun neue und 4 stimmige Glockengeläut erfreut uns alle.
 
Seit September 2013 ist die Pfarre Lechaschau ein Teil des neuerrichteten SEELSORGERAUMES REGION REUTTE mit den Pfarren Breitenwang, Reutte, Lechaschau und Wängle. Diesen Seelsorgeraum leitet Pfarrer und Dekan Mag. Franz Neuner. Ihm zur Seite stehen derzeit ein Vikar bzw. Kooperator, eine Pfarrkoordinatorin und drei Pfarrkuratoren. Zusätzlich wurde ein Seelsorgeraumrat eingesetzt deren 15 Mitglieder aus allen vier Pfarren kommen. Gemeinsam  versucht dieses Team mit den vorhandenen SeelsorgerInnen für alle vier Pfarren ein möglichst gerechtes, gutes und lebbares Pfarrleben zu entwickeln.